Altenberg Trio Zyklus 2011/12


SCHUBERT & BRAHMS



Genau ein Jahrhundert liegt zwischen Schuberts Geburt und dem Tod von Johannes Brahms. Das Leben des Jüngeren war fast exakt doppelt so lang wie das seines großen und verehrten Vorgängers, und das vereinigte Werk der beiden Genies macht einen bedeutenden Teil des heute noch lebendigen musikalischen Erbes des XIX. Jahrhunderts aus. In einer der immer so lehrreichen Ausstellungen, die das Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde den interessierten Gästen des Hauses regelmäßig anbietet, ist Otto Biba 1997 den vielen Fäden nachgegangen, die den Hamburger an den Wiener Meister binden. Zum Glück ist das Ergebnis dieser ebenso sorgfältigen wie liebevollen Erkundung ausnahmsweise auch als Katalog festgehalten worden (« Es hat mich noch Weniges so entzückt », Wien 1997) – und den hier entdeckten Spuren will das Altenberg Trio in seinem sich ganz auf diese beiden Komponisten konzentrierenden Zyklus nachgehen.

Altenberg Trio Wien
Claus-Christian Schuster – Klavier
Amiram Ganz – Violine
Alexander Gebert – Violoncello

1984 schlossen sich der Pianist Claus Christian Schuster, der aus Russland stammende Geiger Boris Kuschnir und der Cellist Martin Hornstein zum WIENER SCHUBERT TRIO zusammen. Das Ensemble gewann gleich einen internationalen Kammermusik-Wettbewerb in Triest und entfaltete in den nächsten Jahren eine weltweite Konzerttätigkeit. Nach einer CD-Produktion 1993 mit Kompositionen Werner Pirchners ging Kuschnir eigene Wege, und 1994 kam es zur Neugründung unter dem Namen ALTENBERG TRIO mit dem Geiger Amiram Ganz. Diese Besetzung bestand bis 2005, als Martin Hornstein das Trio verließ und durch Alexander Gebert ersetzt wurde. (Hornstein starb 2009.)
Das Altenberg Trio hat sich im internationalen Musikleben besondere Verdienste dadurch erworben, dass es das Repertoire nach zu Unrecht vernachlässigten Werken der Vergangenheit durchforscht, andererseits zeitgenössische – oft ihm gewidmete – Werke aufführt. Claus Christian Schuster, spiritus rector des Trios, setzt in saisonumspannenden Zyklen programmatische Schwerpunkte, wodurch dem Publikum neue Perspektiven auch auf vermeintlich Wohlbekanntes eröffnet werden. Neben dem österreichisch-deutschen Standardrepertoire zwischen Haydn und Brahms wurden in den letzten Jahren hochinteressante Werke u. a. amerikanischer, französischer und slawischer Komponisten interpretiert.
Die „Altenbergs“ beschränken sich aber nicht aufs Triorepertoire, sondern engagieren häufig hervorragende Kollegen zum Quartett- und Quintettspiel.
Bei der Verleihung des Robert-Schumann-Preises der Stadt Zwickau reihte sich das Altenberg Trio 1999 in die „österreichische“ Tradition dieser Auszeichnung ein (Preisträger 1997 – Nikolaus Harnoncourt, 2002 – Alfred Brendel); unmittelbaren Anlass dazu hatte die kurz davor erschienene Gesamteinspielung der Schumannschen Klaviertrios geboten.
Schon die folgende Aufnahme des Altenberg Trios (Ives/Copland/Bernstein) gewann im April 2000 in Amsterdam den Edison-Award.
Der Kulturkreis Deutschlandsberg verdankt dem Altenberg Trio Wien 27 x 5 plus 6 erlesene Kammerkonzerte, denen noch viele folgen mögen.

Triozyklen im Kulturkreis Deutschlandsberg 1989 – 2012:

Wiener Schubert Trio:
Claus-Christian Schuster, Klavier
Boris Kuschnir, Violine
Martin Hornstein, Violoncello


1989/1990: Mozart und Schumann
Gäste: Julian Rachlin – Violine / Gregor Weinstein – Viola / Gérard Caussé – Viola

1990/1991: Haydn/Dvořák – Österreich/ Ungarn/Tschechien

1991/1992: Brahms-Zyklus
Gäste: Michael Kugel – Viola / Gérard Caussé – Viola
Tamas Zempleni – Horn / Thomas Kakuska – Viola / Sjef Douwes – Klarinette / Julian Rachlin – Violine

1992/93: Drei Gesichter der Jahrhundertwende
Gast: Michael Kugel – Viola

ab März 1993:
Claus-Christian Schuster, Klavier
Priya Mitchell, Violine
Martin Hornstein, Violoncello


1993/1994: Ludwig van Beethoven

ab Jänner 1994: Altenberg Trio Wien
Claus-Christian Schuster, Klavier
Amiram Ganz, Violine
Martin Hornstein, Violoncello


1994/1995: Mozart und Schubert
Gäste: Christian Altenburger – Viola / Alois Posch – Kontrabass

1995/1996: Haydn und Brahms
Gäste: Christian Altenburger – Viola / Elmar Schmid – Klarinette / Hector McDonald und Josef Eder – Horn

1996/1997: Das Klaviertrio im XX. Jahrhundert – ein Rückblick

1997/1998: Mendelssohn-Schumann
Gast: Eszter Haffner – Viola und Violine

1998/1999: Dvořák
Gäste: Eszter Haffner – Violine / Lars Anders Tomter – Viola

1999/2000: Beethoven – Schönberg
Gäste: Eszter Haffner – Violine / Wolfgang Breinschmid – Querflöte / Andreas Schablas – Klarinette

2000/2001: Mozart & ….

2001/2002: Portrait einer Generation 1833/43
Gast: Herbert Kefer – Viola

2002/2003: Vokale Kammermusik
Gast: Wolfgang Holzmair – Bariton

2003/2004: Dvorák in seiner Welt

2004/2005: Streifzug durch die neuen EU-Mitgliedsstaaten
Gäste: Herbert Kefer – Viola / Alois Posch – Kontrabass

ab Jänner 2005:
Claus-Christian Schuster, Klavier
Amiram Ganz, Violine
Alexander Gebert, Violoncello


2005/2006: Spaziergänge durch das wiedergefundene Europa
Gast: Bernarda Fink – Mezzosopran

2006/2007: Eine russische Winterreise
Gäste: Bernhard Zachhuber – Klarinette / Andreas Eberle – Posaune / Herbert Kefer – Viola / Anna Kandinskaja – Violine / Stefan Fleming – Rezitation / Charlotte Riedijk – Sopran

2007/2008: Ludwig van Beethoven: Das Genie und sein Schatten
Gäste: Eduard Brunner – Klarinette / Herbert Kefer – Viola / Stefan Fleming, Karl Markovics, Joseph Lorenz, Peter Matic – Rezitation

2008/2009: Haydn und die Nachwelt I
Gäste: Herbert Kefer und Wladimir Kossjanenko – Viola / Anna Kandinskaja – Violine / Yvonne Naef – Mezzosopran

2009/2010: Haydn und die Nachwelt II
Gäste: Herbert Kefer – Viola / Anna Kandinskaja – Violine

2010/2011: Ars Gallica
Gäste: Gerda Fritzsche und Herbert Kefer – Viola /
Lars Wouters van den Oudenweijer – Klarinette

2011/2012: Schubert und Brahms
Gäste: Eszter Haffner, Diemut Poppen, Herbert Kefer – Viola / Alois Posch - Kontrabass

Claus-Christian Schuster, geboren 1952 in Wien, studierte in Wien, Bloomington (USA) und Moskau bei Wilhelm Hübner, Hans Graf, Dieter Weber und Vera Gornostayeva. Von prägender Bedeutung war für ihn die Begegnung mir Wilhelm Kempff in Positano. Er ist Preisträger etlicher internationaler Klavier- und Kammermusikwettbewerbe und war bis 1984 weltweit als Solist tätig. 1984 gründete er das Wiener Schubert Trio, mit dem er regelmäßiger Gast in den wichtigsten Musikzentren und bei den renommiertesten Kammermusikfestivals wurde. Nach der 1993 erfolgten Auflösung des Wiener Schubert Trios bildete er zusammen mit Amiram Ganz und Martin Hornstein das Altenberg Trio, mit dem er seit 1994 seine internationale kammermusikalische Aktivität in verstärktem Maße fortsetzt. Von 1976 bis 1986 unterrichtete Claus-Christian Schuster an der Musikhochschule Wien. Jetzt leitet er neben seiner Konzerttätigkeit zusammen mit seinen Kollegen den Seminarlehrgang für Klavierkammermusik am Konservatorium Wien Privatuniversität, sowie Meisterkurse für Kammermusik in Europa und USA.

Amiram Ganz wurde 1952 in Montevideo geboren. Er begann sein Violinstudium in Uruguay. Mit 11 Jahren gewann er den Wettbewerb der Jeunesse musicales und setzte anschließend seine Studien bei Richard Burgin in den USA sowie bei Alberto Lysy an der internationalen Kammermusikakademie in Rom fort. Von 1974 bis 1979 war er Stipendiat am Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium. Als Finalist und Preisträger mehrerer internationaler Wettbewerbe (Long-Thibaud/Paris, ARD/München u. a.) wurde er 1980 erster Konzertmeister des Orchestre Philharmonique de Strasbourg. Von 1987 bis zur Gründung des Altenberg Trios spielte er als Geiger des Schostakowitsch-Trios mehr als dreihundert Konzerte in aller Welt. 1994 gründete er zusammen mit Claus-Christian Schuster und Martin Hornstein das Altenberg Trio, mit dem er seither in ganz Europa und Nordamerika konzertiert. Ab 1981 wirkte Amiram Ganz auch als Professor am Straßburger Konservatorium. Amiram Ganz spielt auf einer Goffredo Cappa 1686 in Mailand gebauten Geige.

Alexander Gebert wurde 1977 in Warschau in eine Musikerfamilie geboren, die 1980 nach Finnland emigrierte. Mit fünf Jahren begann er sein Cellostudium am Konservatorium in Turku. 1989 wurde er an die Sibelius-Akademie in Helsinki aufgenommen. Zwischen 1995 und 1998 studierte er an der Warschauer Chopin-Akademie, danach am Conservatoire de Paris und an der Stuttgarter Musikhochschule bei Natalia Gutman. Alexander Gebert gewann seinen ersten internationalen Cello-Wettbewerb mit sechzehn Jahren; 1997 wurde er Zweiter im Warschauer Lutoslawski-Wettbewerb, und im Jahr 2000 gewann er hintereinander den 3. Preis des Antonio-Janigro-Wettbewerbs in Genf und den 1. Preis im Concorso Valentino Bucchi in Rom. Er ist in Europa und Nordamerika als Solist und Kammermusiker bei einer Reihe renommierter Musikfeste aufgetreten. Seit 2010 ist er oProf. an der Musikhochschule in Detmold. Alexander Gebert spielt ein Cello von Frank Ravatin (Vannes 2005).

Eszter Haffner, 1969 in Budapest geboren, kam bereits mit 13 Jahren in die Begabten-Klasse an der Budapester Musikakademie zu Professoren wie András Kiss, Ferenc Rados und György Kurtág. Nach dem Abschluss ihres Studiums in Budapest studierte sie an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien bei Gerhard Schulz und Josef Sivó und erhielt 1993 ihr Diplom mit einstimmiger Auszeichnung. Sie ist Preisträgerin zahlreicher internationaler Wettbewerbe und wirkte bei unzähligen Musikfestivals mit. Seit 2002 ist sie Professorin an der Kunstuniversität Graz. 1993 gründete sie mit Teresa Turner Jones und Rudolf Leopold das Haffner Trio. Eszter Haffner spielt die „es Hamma Segelmann“-Violine von Michelangelo Bergonzi (Cremona 1750) aus der Sammlung der Österreichischen Nationalbank.

Diana Torto ist eine mehrfach preisgekrönte italienische Jazzsängerin und Vokalakrobatin. Sie erhielt Auszeichnungen unter anderem auf dem Jazzfest Barga 2005 und Sarteano 1997. Die vielseitige Sängerin fühlt sich genauso den Swingsmoods eines Duke Ellington verhaftet wie den „(In)natural Rhythmus“ – so in einer ihrer CD-Titel – der experimentellen Moderne verpflichtet. Diana Torto unterrichtet Jazzgesang an mehreren italienischen Musikhochschulen.

John Richard Taylor (* 25. September 1942 in Manchester) ist ein britischer Jazz-Pianist. Er war bis zum Sommer 2007 Professor für Jazzpiano an der Hochschule für Musik in Köln. Taylors Karriere als Jazzmusiker begann 1969 mit der Zusammenarbeit mit den Saxophonisten John Surman und Alan Skidmore, in dessen Quintett er bis 1973 spielte. 1977 gründete er mit Norma Winstone und Kenny Wheeler das Trio Azimuth, das mehrere Alben in den 1980er Jahren erarbeitete. 2004 Jahr gründete er ein neues Trio mit Palle Danielsson und Martin France.

Maxim Ganz wurde 1983 in eine Musikerfamilie in Strassburg geboren. Er begann mit fünf Jahren Cello zu spielen und kam mit acht er an das Straßburger Konservatorium. Mit 16 Jahren erhielt er die Médaille d’or in den Fächern Violoncello und Kammermusik.
Es folgten Studien bei Natalia Schakhowskaja (Madrid) und bei Antonio Meneses (Bern). Zahlreiche Auftritte als Solist, u. a. unter Theodor Guschlbauer.

Diemut Poppen, geboren in Westfalen, erhielt mit sieben Jahren den ersten Violinunterricht und spielte schon mit neun ihr erstes Konzert. Sie wechselte mit 17 Jahren zur Bratsche und studierte an verschiedenen Hochschulen in Deutschland, USA und Paris, u. a. bei K. Kashkashian und J. Bashmet. Früh schon führten sie Konzertreisen in die bedeutendsten Musikzentren der Welt sowohl als Kammermusikerin als auch als Solistin. 1990 wurde sie mit nur 29 Jahren Professorin für Viola an der Hochschule Saarbrücken und ist derzeit in dieser Funktion an der Musikhochschule Detmold. Neben ihrer Konzert- und Hochschultätigkeit ist sie gefragte Jurorin bei Wettbewerben und hat seit 2007 die künstlerische Leitung der Detmolder Sommerakademie.

Alois Posch wurde 1959 in der Steiermark geboren. Er begann seinen Musikunterricht an der Musikschule Deutschlandsberg bei Franz Maurer und wurde mit 15 Jahren außerordentlicher Student an die Hochschule für Musik in Graz. Während seines Studiums bei Prof. Johannes Auersperg gewann er Preise bei mehreren Wettbewerben und entschied als 18jähriger ein Probespiel der Wiener Philharmoniker für sich. Von 1983 bis 2008 war Posch ebendort Solobassist. Er war ordentlicher Professor an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Als Gast zahlreicher internationaler Festivals musiziert mit einer Vielzahl von renommierten Musikern. Alois Posch spielt einen Wiener Bass von Johann Joseph Stadlmann anno 1779.

Herbert Kefer (*1960 Eisenerz) erhielt mit fünf Jahren seinen ersten Violinunterricht. Später studierte er bei Prof. Karl Frischenschlager in Leoben und bei Prof. Karl Stierhof an der Universität für Musik in Wien fort. 1980 gründete er zusammen mit drei Kollegen das ARTIS – Quartett Wien, mit dem er von 1984 bis 1985 beim LaSalle - Quartett in Cincinnati/Ohio studierte. Danach begann eine internationale Karriere mit Konzerten bei allen wichtigen Festivals. Seit 1988 eigener Zyklus im Wiener Musikverein und Einspielung von mehr als 30 CDs, die wiederholt mit Preisen ausgezeichnet wurden. Herbert Kefer leitet eine Ausbildungsklasse für Viola an die Universität für Musik in Graz. Seit 2005 Intendant des Weinklang-Festivals.

Sonntag, 13. November 2011 18:00

Altenberg Trio Wien / Eszter Haffner - Viola


Franz Schubert: Trio B-Dur op. 99 / D 898
Johannes Brahms: Klavierquartett Nr. 1, g-Moll, op. 25

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Sonntag, 11. Dezember 2011 18:00

Altenberg Trio Wien / Diana Torto - Vocals / John Taylor - Klavier / Maxim Ganz - Violoncello


Vorweihnachtliche Volksliedreise


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Sonntag, 18. Dezember 2011 18:00

Altenberg Trio Wien


Johannes Brahms: Trio Nr. 1, H-Dur, op. 8 (Urfassung 1854)
Franz Schubert: Trio Es-Dur op. 100 / D 929 (ungekürzte Fassung)

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Sonntag, 26. Februar 2012 18:00

Altenberg Trio Wien / Diemut Poppen - Viola


Johannes Brahms: Trio Nr. 2, C-Dur, op. 87
Franz Schubert: Adagio («Nocturne») op. posth. 148 / D 897
Johannes Brahms: Klavierquartett Nr. 3, c-moll, op. 60

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Sonntag, 25. März 2012 18:00

Altenberg Trio Wien


Franz Schubert: Allegro («Sonate») B-Dur, D 28
Johannes Brahms: Trio Nr. 3, c-Moll, op. 101
Johannes Brahms: Trio Nr. 1, H-Dur (Endfassung 1889)

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Sonntag, 22. April 2012 18:00

Altenberg Trio Wien / Herbert Kefer - Viola / Alois Posch - Kontrabass


Johannes Brahms: Klavierquartett Nr. 2, A-Dur, op. 26
Franz Schubert: Quintett A-Dur op. 114 / D 667 («Forellen-Quintett»)

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