15. Klavierfrühling


März bis Juni 2009



Haydn-Schwerpunkt, treue Bekannte, neue Namen

Vielfalt und Wagnis beim 15. Deutschlandsberger Klavierfrühling

Deutschlandsberg ist – wenn man es ehrlich und lokal-geographisch nimmt – eine abgelegene Gemeinde. In der Kunst, im Speziellen, was das Klavierspiel anbelangt, inzwischen ein Zentrum, eine Adresse selbst für Gäste aus dem Ausland. Sviatoslav Richter war es, der sich in vielen Jahren auf seinen Konzertreisen für die Musikschule entschieden hat. Und aus dieser wundersamen Verbundenheit ist ein kleines, von der Dauer und den Ereignissen her gar nicht so kleines Festspiel entstanden.
Der klavieristische Frühling Deutschlandsberg hat schon immer die disziplinären Grenzen der Instrumentenbegrenzung durchbrochen. Das heißt: diese Veranstaltung ist nicht auf sozusagen spartenreine Klavierabende einjustiert. Kammermusikprojekte vor allem mit dem Altenberg-Trio leistet enorme Aufklärung, was das Repertoire im Umfeld des Klaviers anbelangt. Das alte, unvergänglich moderne Klavier mithin als Hauptdarsteller in monomanen Abenteuern und als Partner in den verschiedensten Haupt- und Nebenrollen.

Die Konzerte des Wiener Altenberg Trios ziehen sich auch im 15. Wiederaufleben des „Klavierfrühlings“ durch die im besten Sinne bunte Programmfolge. Das Ensemble wird in seinem ersten Konzert Anfang April durch den Bratscher Herbert Kefer unterstützt sowie zu einem späteren Zeitpunkt durch die Gesangssolistin Diana Torto, den Pianisten Glauco Venier (Jazz) und durch die Sopranistin Yvonne Naef. Bei diesen unterschiedlichsten Besetzungen stehen die Werke des Jahresregenten Joseph Haydn im Mittelpunkt.
Eröffnet wird das Deutschlandsberger Festival am 14. März mit einem Liederabend – dem virtuellen Reglement des Klavierfrühlings entsprechend unter der Devise, dem Pianisten eines solchen Programms die Rolle des Gleichberechtigten einzuräumen, ihn mithin viel mehr als nur als „Begleiter“ zu erleben. Wolfgang Holzmair – Professor an der Salzburger Hochschule Mozarteum – und Paul Gulda werden Lieder von Franz Schubert gestalten, zudem vier Lieder („Die Menschen“ nach Rose Ausländer) von Balduin Sulzer. Der oberösterreichische Komponist nahm auch Einfluss als Lehrer des Dirigenten Franz Welser-Möst auf das internationale Musikleben! Schon wenige Tage darauf – am 18. März – folgt dem vokal-instrumentalen Duo der russische Pianist Boris Berezovsky mit einem Schumann/Liszt-Programm. Ein prominenter, in Deutschlandsberg fast schon heimischer Künstler, der im Sommer bei den Salzburger Festspielen die zwölf „Études d’exécution transcendante“ spielen wird.
Der April ist mit sechs Konzerten gleichsam Hochblüte des „Klavierfrühlings“. Das Altenberg Trio eröffnet das musikalische Geschehen mit Werken von Haydn, Luca Lombardi (*1945) und Dvorak. Am 9.4. wird sich der junge israelische Pianist Roman Rabinovich mit Werken von Scarlatti, Beethoven, Ravel und Brahms (Händel-Variationen) vorstellen. Er gewann im vergangenen Jahr mit überragenden Bach-, Chopin- und Prokofieff-Interpretationen den Arthur Rubinstein-Wettbewerb in Tel Aviv.
Zwei Konzerte mit dem in Deutschlandsberg bestens eingeführten Alexander Paley folgen am 12. und 13., wobei für die Klavierfreunde von besonderem Interesse seine Darbietung der drei Klaviersonaten von Schumann sein sollte. Mit dem Geiger Amiram Ganz vom Altenberg Trio am nächsten Abend wiederum ein „Dreierpack“: die Violinsonaten op. 78, 100 und 108 von Brahms.
Till Fellner widmet sich am 24.4. im Rahmen seiner aktuellen Gesamtwiedergabe der 32 Beethoven-Sonaten den Werken op. 10 (Nr. 1 – 3) und op. 106 („Hammerklavier). Gegen Ende des Monats (am 26.4.) überrascht Elisabeth Leonskaja mit einer Werkfolge, die sie – bevor mit Schuberts Sonate D 845 der Abend sozusagen „Leonskajisch“ abgeschlossen wird – nach Frankreich und nach Rumänien führen wird. Debussy-Préludes, Ravels „Valses nobles et sentimantales“ und als Deutschlandsberger Erstaufführung George Enescus Sonate op. 24,1 sind das „neue“ Terrain der Künstlerin, die wie keine zweite Persönlichkeit mit dem „Klavierfrühling“ in einem Atemzug zu nennen ist.
Spätere Konzerte bringen eine Wiederbegegnung mit Alexander Lonquich , der zwei Werke der Bach-Familie gegenüberstellen wird: Carl Philipp Emanuels musikautobiographische „Empfindungen“ und des Vaters „Goldberg-Variationen“. Als „Neulinge“ kommen aus Japan Makoto Ueno und aus Bulgarien der junge Evgeny Bozhanov (beide gefeierte Gewinner der Moskauer „Sviatoslav Richter“-Wettbewerbe 2005, bzw. 2008).
(Peter Cossé)

Samstag, 14. März 2009 18:00

Wolfgang Holzmair - Bariton / Paul Gulda - Klavier


Franz Schubert - 15 Lieder
Balduin Sulzer - „Die Menschen“ Vier Lieder nach Rose Ausländer (1995)
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Mittwoch, 18. März 2009 19:30

Boris Berezovsky - Klavier


Werke von Robert Schumann und Franz Liszt
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Sonntag, 05. April 2009 18:00

Altenberg Trio Wien / Herbert Kefer - Viola


Joseph Haydn - Sonate es-Moll, Hob. XV:31
Luca Lombardi - Addii (1995/96)
Antonin Dvořák - Klavierquartett Nr. 2, Es-Dur, op. 87/B 162 (1889)
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Donnerstag, 09. April 2009 19:30

Roman Rabinovich - Klavier


Domenico Scarlatti - 3 Sonaten
Ludwig van Beethoven - Sonate As-Dur op. 110
Maurice Ravel - Alborada del Gracioso
Johannes Brahms - Variationen und Fuge über ein Thema von Händel op. 24
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Sonntag, 12. April 2009 18:00

Amiram Ganz - Violine / Alexander Paley - Klavier


Johannes Brahms
- Sonate G-Dur op. 78
- Sonate A-Dur op. 100
- Sonate d-Moll op. 108
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Montag, 13. April 2009 18:00

Alexander Paley - Klavier


Robert Schumann
- Sonate fis-Moll op. 11
- Sonate f-Moll op. 14
- Sonate g-Moll op. 22
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Freitag, 24. April 2009 19:30

Till Fellner - Klavier verschoben auf Do, 30. April 2009


Ludwig van Beethoven
- Sonate c-Moll op. 10/1
- Sonate F-Dur op. 10/2
- Sonate D-Dur op. 10/3
- Sonate B-Dur op. 106, “Hammerklavier”
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Sonntag, 26. April 2009 18:00

Elisabeth Leonskaja - Klavier


Claude Debussy - 3 Preludes
Maurice Ravel - Valses nobles et sentimentales
George Enescu - Sonate Nr. 1 fis-Moll op. 24/1
Franz Schubert - Sonate a-Moll D. 845
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Samstag, 02. Mai 2009 18:00

Diana Torto - Gesang / Glauco Venier - Klavier / Altenberg Trio Wien


Lieder mit und ohne Worte von Haydn bis heute

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Donnerstag, 21. Mai 2009 18:00

Evgeny Bozhanov - Klavier E N T F Ä L L T !


Frédéric Chopin
- Rondeau á la Mazur op. 5
- Sonate h-Moll op. 58
Toru Takemitsu - Rain Tree Sketch I (1982)
Franz Schubert - Sonate B-Dur D. 960
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Sonntag, 24. Mai 2009 18:00

Altenberg Trio Wien / Yvonne Naef - Mezzosopran


GEDENKKONZERT zum 200. Todestag von Joseph Haydn
Joseph Haydn
„Trois Sonates … op. 73“ (1794/95)
aus den Volksliedbearbeitungen Hob. XXXIa
- Nr. 1: D-Dur (Hob.XV:24)
- Nr. 2: G-Dur (Hob.XV:25)
- Nr. 3: fis-Moll (Hob.XV:26)
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Sonntag, 07. Juni 2009 18:00

Alexander Lonquich - Klavier


Carl Philipp Emanul Bach - Fantasie fis-Moll “Philipp Emanuel Bach’s Empfindungen“
Johann Sebastian Bach - Goldberg Variationen BWV 968
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Mittwoch, 17. Juni 2009 19:30

Makoto Ueno - Klavier


Ludwig van Beethoven - Fantasie op. 77
Franz Schubert - Sonate D-Dur D. 850
Toru Takemitsu - Rain Tree Sketch I (1982)
Claude Debussy - Suite Bergamasque
Franz Liszt
- Sonetto 123 del Petrarca
- Apres d’une lecture de Dante „Fantasia quasi Sonata“
aus: Années de Pélerinage (Band II: Italien)
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