Christopher Hinterhuber – Klavier


Musikschule Deutschlandsberg
Samstag, 30. Mai 2015 18:00
21. Klavierfrühling 2015

Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
- Italienisches Konzert BWV 971
Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)
- Sonate c-Moll op. 13 „Pathetique“
Franz Liszt (1811 – 1886)
- Aprés une lecture de Dante / Fantasia quasi Sonata
(nach einer Lektüre von Dante) aus den Années de pèlerinage, Deuxième année: Italie
Wolfgang Amadeus Mozart / Franz Liszt
- Lacrymosa aus dem Requiem KV 626
Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)
- Sonate D-Dur KV 576
Franz Liszt
- Fantasie über zwei Motive aus Mozarts „Le Nozze di Figaro“

Christopher Hinterhuber – Auf Hauptstraßen und schönen Abwegen

Auch Christopher Hinterhuber, der Klaviersolist und zu wesentlichen Teilen seiner Tätigkeiten auch der Pianist des Altenberg Trios, ist im Hinblick auf CD-Veröffentlichungen nicht müßig geblieben. Ich nenne hier nur drei Veröffentlichungen, die neben allen musikalischen Qualitäten auch seinen Spürsinn für attraktive Nebenspuren des Standard-Repertoires belegen. So beschäftigt sich Hinterhuber für das Label Naxos mit dem wie Beethoven aus Bonn stammenden Ferdinand Ries (1784 – 1838 in Frankfurt/M.). Ries hatte Beethoven in Wien die Wohnung im Pasqualati-Haus auf der Molkerbastei vermittelt. 1804 debütierte er als Pianist im Wiener Augarten mit Beethovens c-Moll-Konzert. Der Komponist hatte ihm gestattet, eine eigene Kadenz zu verfassen! In den Sommern 1803 und 1804 verbrachte Ries einige Zeit mit Beethoven in Baden und in Döbling. Hinterhuber spielt auf der Naxos-CD 8.570440 Ries‘ Klavierkonzert op. 132, ein „Abschieds-Concert von England“, dazu Variationen über „Rule Britannia“ op. 116 und ein weiteres Variationswerk für Klavier und Orchester op. 170.

Eine CD mit Konzertstücken von Johann Nepomuk Hummel beweist erneut die starke England-Beziehung von Komponisten und reisenden Klaviervirtuosen. „Le retour de Londres“ ist ein Grand Rondeau brillant(op. 127) überschrieben. In einem Konzertstück „Oberons Zauberhorn“ (op. 116) nimmt Hummel Bezug auf den von Weber 1826 in Musik gezauberten Elfenkönig (Naxos 8.557845).

In seiner jüngsten Veröffentlichung wendet sich Christopher Hinterhuber den wunderbaren, wundersamen Sonaten des spanischen Padre Antonio Soler zu. Wir in Deutschlandsberg erinnern uns noch an die Solo- und Duo-Interpretationen von Begoña Uriarte und Karl-Hermann Mrongovius, wobei die kühnen, erotisch-balladesken Kreiselfiguren des Fandangos unter den Händen von Begoña besonderen Eindruck hinterließen. 16 Sonaten hat Hinterhuber für das Label „Paladino music“ (pmr 0042) ausgewählt – der Fandango könnte, dürfte, nein: er sollte auf einer zweiten CD nicht unerwähnt bleiben…
Peter Cossé