Ingolf Wunder – Klavier


Musikschule Deutschlandsberg
Samstag, 16. Mai 2015 18:00
21. Klavierfrühling 2015


Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)
- Eroica-Variationen op. 35
Frédéric Chopin (1810 – 1849)
- Nocturne B-Dur op. 9 Nr. 3
- Nocturne E-Dur op. 55 Nr. 2
- Allegro de Concert op. 46
Franz Liszt (1811 – 1886)
- Sonetto 104 del Petrarca
- Sonate h-Moll S 178

Ingolf Wunder – Zukunft mit Chopin im Rücken

Mit dem 30jährigen, aus Klagenfurt gebürtigen Ingolf Wunder war im Jahr 2010 dem Musikland Österreich nach langer Zeit wieder ein Chopin-Preisträger auf einem der vordersten Ränge geschenkt worden. Im zweiten Anlauf nach dem Wettbewerb von 2005 gelang es dem jungen Pianisten unter Hunderten von hoffnungsvollen, unbarmherzig im Voraus schon ausgewählten Kollegen das Finale zu erreichen, um dort unter dem Jubel des Publikums und unter großer kritischer Anteilnahme der Presse „ nur“ den Zweiten Preis überreicht zu bekommen. Die Führung der Deutschen Grammophon hatte sich ein eigenes Urteil gebildet, setzte das Austria-Wunder auf den imaginären Ersten Rang und ehrte den Interpreten mit einem Schallplatten-Vertrag. Ein Chopin-Recital mit der h-Moll-Sonate und u. a. mit der Ballade op. 52 erschien bereits im Juni 2011 (DG 4929597). Eine zweite CD (DG 4790084) unter dem Titel „300“ folgte mit „wunderlichen“ Lieblingsstücken aus 300 Jahren Klaviergeschichte – darunter auch eine „Dans excentric“ von Horowitz, Liszts „Czardas macabre“ und Debussys „ Clair de lune“. Im vergangenen Jahr erschien die erste CD mit Orchester (DG 479 0670) – prominent besetzt mit den St. Petersburger Philharmonikern unter der Führung von Vladimir Ashkenazy. Auf dem Programm der „Weißen Nächte“ im Juni 2012 standen die Konzerte Nr. 1 von Chopin und Tschaikowsky.

Ingolf Wunder kommt mit einer Werkfolge nach Deutschlandsberg, die auf seinen Erfolgsgaranten Chopin Bedacht nimmt, aber mit Beethovens „Eroica“ – Variationen und der kapitalen h-Moll-Sonate von Liszt auch markante Ausweitungen seines Repertoires erkennen lässt. Und selbst im Umkreis seines Chopin-Enthusiasmus‘ fällt Neugier bzw. Risikofreudigkeit auf, denn nur ganz selten ist das „Allegro de concert“ (op. 46) im Konzertsaal zu hören – ein technisch unbequemes Stück, das ursprünglich als Material für ein drittes Klavierkonzert dienen sollte.
Peter Cossè