Elisabeth Leonskaja - Klavier


Laßnitzhaus
Freitag, 01. Mai 2015 18:00
21. Klavierfrühling 2015

In memoriam Sviatoslav Richter
aus Anlass seines 100. Geburtstages

Robert Schumann (1810 – 1856)
- Papillons op. 2
Arnold Schönberg (1874 – 1951)
- 3 Klavierstücke op. 11
Franz Schubert (1797 – 1828)
- Sonate A-Dur D 664
Robert Schumann
- Geistervariationen WoO 24
Anton von Webern (1883 – 1945)
- Variationen op. 27
Franz Schubert
- Sonate a-Moll D 784

Im Gedenken an Sviatoslav Richter

Elisabeth Leonskaja und Oleg Maisenberg mit Klavierabenden zum 100. Geburtstag des bedeutenden Pianisten

Wohl wenige der Pianisten verfolgte so unentwegt die Aura des lebenden, leibhaftigen Wunders, der unerbittlichen Rätselhaftigkeit und der kämpferischen Einsamkeit wie Sviatoslav Richter. Dies war vor allem biographisch bedingt, denn jahrelang kursierten im Westen nur Gerüchte von einem fantastischen Pianisten jenseits des Eisernen Vorhangs. Und wie zum Beweis erschienen zugleich dessen erste Rachmaninoff-, Prokofieff- und Schubert-Platten. Mit dem spektakulären Debüt 1960 in New York setzte geradezu eine mediale und musikenthusiastische „Verfolgung“ Richters ein. Das heißt: ein schier rastloses Bemühen, ihn auch an anderen Brenn- und Ruhepunkten des weltweiten Konzertlebens begrüßen zu dürfen.

Im zunehmenden Alter bevorzugte es der Künstler, seine Programme und Konzerttermine spontan und den jeweils gegebenen Umständen anzupassen. Richter begab sich im wahrsten Sinne des Wortes auf Konzertreise – von Ort zu Ort, von Stadt zu Stadt, möglichst ohne größere Unterbrechungen seines Auftrittsrhythmus. Ein gütiges, von den Musen gelenktes Schicksal wollte es, dass Sviatoslav Richter auf das engagierte Musikleben in der Gemeinde Deutschlandsberg aufmerksam wurde. Sieben Mal war er hier zu Gast, begeisterte den vor Publikum schier aus den Mauernähten platzenden Saal der Musikschule! Sein Erscheinen lenkte die Aufmerksamkeit auf das von Barbara Faulend-Klauser so mutig geschürte Veranstaltungsfeuer, denn sobald ein oder auch zwei Abende mit Richter angekündigt waren, machten sich auch Klavierenthusiasten aus ferneren Gegenden auf den Weg.

Sviatoslav Richter wurde als russisch-deutscher Sohn am 20. März 1915 im ukrainischen Schytomyr geboren. 100 Jahre nach diesem Glücksfall für alles, was mit Musik, mit dem Klavier, ja mit Kunst überhaupt zu tun hat, findet dieses Datum im Rahmen des „Klavierfrühlings“ auf ganz besondere, sehr persönliche Weise Beachtung und Würdigung. Elisabeth Leonskaja – immer wieder auch Duopartnerin des großen Pianisten – wird am 1. Mai ihr Konzertprogramm dem Andenken Richters widmen, wobei mit Werken von Schubert, Schumann und Schönberg auch einige Stücke genannt sind, die einen wichtigen Platz im Repertoire des Gefeierten eingenommen haben. So etwa Schuberts Sonaten D 664 und D 784, aber auch Schumanns „Papillons“, die Richter in den 60er Jahren unvergesslich auf einer Italien-Tournee im Programm hatte.