Alexei Lubimov - Klavier / Viacheslav Poprugin - Klavier


Musikschule Deutschlandsberg
Sonntag, 24. November 2013 18:00
Konzerte Saison 2013/2014

John Cage
- "A BOOK OF MUSIC" (1944) für zwei präparierte Klaviere.
Arnold Schönberg
- FÜNF ORCHESTERSTÜCKE op.16 (1909), bearb. für 2 Klaviere von Anton Webern
Eric Satie
- "SOCRATE", choreographisches Drama für Stimmen und Orchester (1919), bearb. für 2 Klaviere von John Cage
Igor Strawinsky
- DUMBARTON OAKS CONCERTO (1938), bearb. für 2 Klaviere vom Komponisten

Alexei Lubimov studierte in Moskau und war am Konservatorium Schüler des legendären Heinrich Neuhaus. Bereits als junger Pianist bewegte er sich zum Missfallen der sowjetischen Kulturbürokratie außerhalb der ausgetretenen Repertoirepfade und setzte sich für „westlich dekadente“ Musik von Schönberg, Webern, Ives u. a. ein. Außerdem spielte er auf Hammerklavieren und gründete zur Interpretation von Musik des 18. Jahrhunderts die Moskauer Kammerakademie.
Seit vielen Jahren fasziniert dieser ungewöhnlich vielseitige Künstler mit innovativen Programmkonzeptionen und versucht, die Aufmerksamkeit des Publikums auf noch immer unterschätze Komponisten wie Slvestrov, Denisov oder Cage zu lenken.

Viacheslav („Slava“) Poprugin wurde 1973 in Khabarovsk geboren und erhielt dort seine grundlegende musikalische Ausbildung, ehe er an die Moskauer Gnessin Akademie ging, wo er bei A. Alexandrov studierte und im Jahr 2000 graduierte.
Sein geradezu leidenschaftliches Interesse für Zeitgenössische Musik führte zur Zusammenarbeit mit vielen Komponisten, darunter E. Denisov und S. Berinsky. Zahlreiche Solokonzerte, Kammermusikaufführungen und Auftritte mit Orchestern weisen ihn als Künstler von reicher Erfahrung und großer Repertoirbreite aus. 1999 wurde Poprugin Dozent am Moskauer Konservatorium, wo er Klavier- und Kammermusikklassen leitet. In diesem Jahr begann aus seine Zusammenarbeit mit der berühmten Cellistin Natalia Gutman, mit der er ausgedehnte internationale Tourneen unternahm. In den letzten Jahren betätigte er sich überdies als Toningenieur und Aufnahmeleiter, wobei CD-Einspielungen u. a. mit A. Lubimov, N. Gutman und dem Eggner Trio entstanden.

Zu John Cage:
Er gilt als Erfinder des „prepared Piano“, vorbereitet in der Weise, dass man kleine Gegenstände aus Holz, Filz, Metall, Gummi zwischen die Saiten des Flügels klemmt und den Klavierklang ganz oder teilweise denaturiert. Cage sagt: „Im Effekt ist das präparierte Klavier ein Schlagzeug-Ensemble unter der Kontrolle eines einzigen Spielers“, bzw. – wie in diesem Konzert – eines Duos.

Zu Arnold Schönberg:
Über diese musikalisches Neuland betretenden Stücke schrieb Schönberg in einem Brief an Richard Strauss: „Es sind kurze Stücke ohne zyklischen Zusammenhang … ich verspreche mir allerdings kolossal viel davon, insbesondere Klang und Stimmung … keine Architektur, kein Aufbau. Bloß ein bunter ununterbrochener Wechsel von Farben, Rhythmen und Stimmungen.“

Zu Eric Satie:
Mit Satie, der sein Leben lang das Ziel einer „musique dépouillée“ (schmucklose, entblößte Musik) anvisiert hatte, trat die französische Antiromantik ins Stadium der Askese und sarkastischen Gefühlsverachtung. Der Socrate treibt die Abschaffung der klanglichen und orchestralen „Saucen“ auf die Spitze. Dass Satie dem Socrate den Namen eines „drame symphonique“ gibt, ist ein neoklassizistisches Paradoxon: das Stück ist weder Drama noch Symphonie.

Zu Igor Strawinsky:
In seiner Neoklassik-Periode beginnt Strawinsky sich die Musik der europäischen Vergangenheit auf seine Weise anzueignen. Bach war ihm dabei nicht „heiliger“ als andere alte Meister. Auf die Frage, wie er den Kompositionsauftrag für ein Kammerkonzert ausführen werde, den er 1937 von amerikanischen Mäzenen erhalten hatte und deren Wohnsitz Dumbarton Oaks hieß, antwortete Strawinsky: „Ein kleines Konzert im Stil der Brandenburgischen Konzerte will ich schreiben.“ Natürlich entstand keine Imitation; einzelne Elemente Bachscher Musik begegnen als Anspielung.

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