Elisabeth Leonskaja - Klavier / Alexei Lubimov - Klavier


La├čnitzhaus
Sonntag, 26. August 2012 18:00
Konzerte Saison 2011/2012

Johannes Brahms
- Sonate Nr. 3 f-Moll op. 5
Allegro maestoso
Andante
Scherzo: Allegro energico
Intermezzo: Andante molto
Finale: Allegro moderato ma rubato

Claude Debussy
- 6 Pr├Ąludien 1. Heft
Nr. 4 Les sons et les parfums dans l'air soir
Nr. 5 Les collines d'Anacapri
Nr. 10 La cath├ędrale engloutie
Nr. 12 Minstrels
Nr. 6 Des pas ssur la neige
Nr. 7 Ce qu'a vu le vent d'Quest

Igor Strawinsky
- Concerto per due pianoforti soli (1935)
Con moto
Notturno. Adagietto
Quattro variazioni
Preludio e Fuga



Elisabeth Leonskaja geh├Ârt seit Jahrzehnten zu den gefeierten gro├čen Pianistinnen unserer Zeit. In einer von den Medien dominierten Welt bleibt die K├╝nstlerin sich und der Musik treu, ganz in der Tradition der gro├čen sowjetischen Musiker wie u. a. David Oistrach, Swjatoslaw Richter und Emil Gilels, denen es trotz schwierigster politischer Bedingungen stets um die Quintessenz der Musik ging. Ihre fast legend├Ąre Bescheidenheit macht Elisabeth Leonskaja noch immer medienscheu. Betritt sie aber die B├╝hne, sp├╝rt das Publikum die Kraft, die daraus erw├Ąchst, dass sie die Musik als ihre Lebensaufgabe empfindet und pflegt.
Geboren in Tiflis, Georgien, in eine russische Familie, galt sie als Wunderkind, das schon mit 11 Jahren seine ersten Konzerte gab. Ihr ungew├Âhnliches Talent brachte sie bald zum Moskauer Konservatorium. Noch als Studentin gewann sie beim George-Enescu-Wettbewerb, bei den Concours Marguerite Long-Jacques Thibaud und Reine Elisabeth bedeutende Preise. Elisabeth Leonskajas musikalische Entwicklung wurde entscheidend von ihrer Zusammenarbeit mit Swjatoslaw Richter gepr├Ągt. Der geniale Pianist erkannte ihr au├čergew├Âhnliches Talent und f├Ârderte sie, indem er sie einlud, etliche Duo-Konzerte mit ihm zu spielen ÔÇô ein musikalisches Ereignis! Die musikalische und pers├Ânliche Freundschaft zwischen Swjatoslaw Richter und Elisabeth Leonskaja hielt bis zum Ableben Richters im Jahre 1997 an. 1978 verlie├č Elisabeth Leonskaja die Sowjetunion, um Wahlwienerin zu werden.
Elisabeth Leonskaja, die ein gern gesehener und regelm├Ą├čiger Gast bei den bedeutenden Sommerfestivals ist, trat als Solistin mit fast allen erstklassigen Orchestern der Welt unter der Leitung der gro├čen Dirigenten ihrer Zeit auf. Bei aller solistischen T├Ątigkeit beh├Ąlt die Kammermusik einen gro├čen Platz in ihrem Schaffen und sie konzertiert immer wieder mit den Quartetten Emerson, Borodin und Artemis. Viele Schallplattenaufnahmen zeugen von dem hohen k├╝nstlerischen Niveau der Pianistin und wurden mit Preisen ausgezeichnet.
Elisabeth Leonskaja ist Tr├Ągerin des ├ľsterreichischen Ehrenkreuzes f├╝r Wissenschaft und Kunst erster Klasse.

Alexei Lubimov, 1944 in Moskau geboren, begann seine Ausbildung an der zentralen Musikschule seiner Heimatstadt und studierte ab 1963 am Moskauer Konservatorium als einer der letzten Sch├╝ler von Heinrich Neuhaus. 1968 gab er sein erstes Konzert mit Werken von John Cage und Terry Riley. Auch in den folgenden Jahren brachte der Gr├╝nder und k├╝nstlerische Leiter des Avantgarde-Musikfestes ÔÇ×AlternativaÔÇť in der damaligen Sowjetunion zahlreiche Werke des 20. Jahrhunderts zur Erstauff├╝hrung ÔÇô so zum Beispiel Klavierkompositionen von Sch├Ânberg, Webern, Stockhausen, Boulez, Ives oder Ligeti. Weiterhin geh├Ârten Werke von Schnittke, Gubajdulina, Silvestrov und P├Ąrt zu den h├Ąufig von ihm gespielten St├╝cken. In der ehemaligen Sowjetunion war das Eintreten des K├╝nstlers f├╝r zeitgen├Âssische westliche Musik nicht unumstritten ÔÇô ideologisch bedingte Kritik gipfelte in einem sieben Jahre andauernden Ausreiseverbot.
1987 erfolgte der Einstieg in die internationale Konzertszene. Seither gab der K├╝nstler zahlreiche Konzerte in den USA, Europa und Japan. Klavierabende stehen dabei gleichberechtigt neben Orchesterkonzerten mit bedeutenden Symphonieorchestern Europas und der USA. Alexei Lubimow f├╝hlt sich besonders der zeitgen├Âssischen Musik russischer Komponisten verpflichtet. Auf zwei K├╝nstlerpers├Ânlichkeiten sei hier besonders hingewiesen: Valentin Silvestrov und Alexander Nemtin, der einen gro├čen Teil seines Schaffens einer fragmentarisch vorhandenen Idee Skrjabins gewidmet hat. Nemtin schuf einen drei Teile umfassenden Orchesterzyklus, der erstmals in Helsinki im Februar 1997 komplett aufgef├╝hrt wurde.
Der Pianist hat bereits ├╝ber 30 Einspielungen bei verschiedenen Labels vorgelegt (u. a. Melodia. Erato, BIS, Sony, ECM). Das Repertoire reicht dabei von s├Ąmtlichen Mozart-Sonaten ├╝ber Schubert, Chopin, Beethoven und Brahms bis hin zu Werken des 20. Jahrhunderts.