Wolfgang Holzmair - Bariton / Michaela Selinger - Mezzosopran / Russell Ryan - Klavier


Musikschule Deutschlandsberg
Samstag, 16. Jänner 2010 17:00
Konzerte - Kulturkreis Deutschlandsberg 2009/2010

Hugo Wolf: ITALIENISCHES LIEDERBUCH
nach Paul Heyse (1830 -1914)

Hugo Wolf wurde 1860 in Windischgräz, in der österreichischen Südsteiermark (heute Slowenien), geboren.
Ersten Musikunterricht erhielt er durch seinen Vater. In Wien war er Harmonielehre-Schüler des aus Frauenthal stammenden Robert Fuchs. Einige Jahre war er Musikkritiker und vertrat leidenschaftlich die neue Musiksprache Richard Wagners. Ab 1887 erlebte er einen wahren Schaffensrausch, der 10 Jahre dauerte. In dieser Zeit entstanden die meisten seiner fast 200 Lieder: das Italienische und das Spanische Liederbuch sowie Vertonungen von Goethe-, Mörike- und Eichendorff-Texten.
Geplagt von übergroßer seelischer Spannung, im Zustand physischer und geistiger Erschöpfung, wurde er 1897 zum ersten Mal, 1898 endgültig in eine Wiener Nervenheilanstalt eingewiesen. Er starb 1903 an progressiver Paralyse in geistiger Umnachtung.
Hugo Wolf hat die Liedkomposition durch höchst verfeinerte Harmonik und eine bis dahin unerhörte Kunst der nuancenreichen Textausdeutung weiterentwickelt, wobei dem Klavierpart überragende Bedeutung zukommt.

Im Italienischen Liederbuch hat Hugo Wolf sechs- bis achtzeilige „rispetti“ vertont: von Paul Heyse aus römischen, venezianischen, korsischen und anderen italienischen Dialekten ins Deutsche übertragene Liebesgedichte. Hugo Wolf nannte die Gesänge „die originellsten und künstlerisch wertvollsten unter all meinen Kompositionen“.

Wolfgang Holzmair wurde in Vöcklabruck geboren und studierte an der Musikhochschule Wien bei Hilde Rössel-Majdan (Gesang) und Erik Werba (Lied).
Neben seiner Partnerschaft mit der britischen Pianistin Imogen Cooper trat er immer wieder mit Till Fellner, Lars Vogt und Christian Zacharias, zuletzt mit Andreas Haefliger auf.
Wolfgang Holzmair arbeitet mit den bedeutendsten europäischen und amerikanischen Orchestern und Dirigenten wie Blomstedt, Boulez, Harnoncourt, Ozawa etc.
Umfangreiche und von der Kritik hochgelobte Aufnahmetätigkeit (Schuberteinspielungen mit Gérard Wyss wurden gerade mit dem Pasticcio-Preis ausgezeichnet). Holzmairs Aufnahme von Brahms‘ „Ein deutsches Requiem“ unter Herbert Blomstedt wurde mit dem Grammy ausgezeichnet.
Seit 1998 leitet er eine Lied- und Oratorienklasse am Mozarteum in Salzburg und gibt Meisterkurse in Europa und Nordamerika. Außerdem ist er Visiting Professor am Royal College in London.

Michaela Selinger, die gebürtige Oberösterreicherin hat in Wien und Basel Gesang studiert und wurde 2005 von Ioan Holender an die Wiener Staatsoper engagiert. Dort singt sie viele große Partien ihres Faches. Im Mai 2009 war sie eine von Publikum und Presse gefeierte "wunderbare", "fabelhafte" Zerline. Am Opernhaus Zürich debütierte sie 2008 als Prinz Orlofski in Strauss` Fledermaus. Bei den Salzburger Festspielen 2009 sang sie die Alt-Partie in Haydns Stabat Mater unter Ivor Bolton. Selinger arbeitet mit den Dirigenten Riccardo Muti, Stefan Soltesz, Christian Thielemann, Franz Welser-Möst und Kirill Petrenko zusammen. Ihr Klavierpartner in Liederabenden ist Roger Vignoles.

Russell Ryan stammt aus North Dakota/USA und begann sein Klavierstudium mit sechs Jahren. Er studierte am San Francisco Conservatory und der Julilliard School in New York. Danach ging Ryan an die Wiener Musikuniversität – Liedbegleitung und Kammermusik – zu Prof. Georg Ebert. Er war Korrepetitor des Wiener Singvereines. Als Solist, Kammermusiker und Liedpianist tritt Russell Ryan häufig in Europa, den USA, Israel und Japan auf und leitet Meisterklassen.